Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Fraktion DIE LINKE im Regionalrat Köln

Anfrage der Fraktion DIE LINKE. und der Vertreterin der PIRATEN im Regionalrat Köln gemäß § 12 der Geschäftsordnung

 

23. Sitzung des Regionalrats  des Regierungsbezirkes Köln am 13.12.2019

hier:   Anfrage der Fraktion DIE LINKE. und der Vertreterin der PIRATEN im Regionalrat Köln gemäß § 12 der Geschäftsordnung

Sehr geehrter Herr Deppe,

wir bitten Sie, folgende Anfrage in die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Regionalrats      am 13.12.2019 aufzunehmen:

Einleitung von Sümpfungswasser, zukünftige Einspeisung von Wasser in den Blausteinsee sowie dessen Wasserqualität

Aufgrund des Presseberichts über den Blausteinsee am 04.10.2019 in der AN/AZ (https://www.aachener-nachrichten.de/nrw-region/eschweiler-blausteinsee-wird-25-jahre-alt_bid-46286025#14) möchten wir bitten, uns folgende Fragen zu beantworten: 

  1. Laut Pressebericht befinden sich nunmehr 25 Millionen Kubikmeter Wasser in dem Restloch. 200 Liter müssen pro Sekunde zugeführt werden, da der See ansonsten leerläuft. Das sind 17.280.000 l/Tag  Liter Wasser/Tag, 6.151.680.000 Liter Wasser/Jahr. Der See verliert immer noch Wasser, weil er im Sümpfungsgebiet der noch bestehenden Tagebaue liegt. Ist dies  der alleinige Grund? Sollte es weitere Ursachen geben, bitte ich Sie, uns diese zu nennen. 
  2. Laut Gutachten, das die Stadt Eschweiler erstellen ließ, muss noch bis ins Jahr 2070 Wasser zugeführt werden. Bis zum Ende des Tagebaus Inden im Jahr 2030 gibt es eine Vereinbarung mit RWE, das hieraus entstehende Sümpfungswasser in den Blausteinsee zu pumpen. Wo genau wird dieses Wasser eingeleitet? Wird das Wasser in irgendeiner Form gefiltert/aufbereitet? Wenn nein, weshalb nicht? 
  3. Angedacht ist bereits eine Leitung von Schophoven zum Blausteinsee, um dort Wasser aus der Rur zu entnehmen. Wie weit ist diese Planung zur Zeit und ist diese Planung angesichts der hohen Mengen an Wasserbedarf überhaupt realistisch? Wer war an dieser angedachten Lösung beteiligt? Wann wird in welchen Gremien über die Zuführung des Wassers über das Jahr 2030 hinaus entschieden? Wer wird bei der Realisierung für die Kosten der Leitung aufkommen?
  4. Die Wasserqualität sorgte bereits des Öfteren für Kritik. Einmal waren es Darmbakterien, ein anderes Mal die „rostige Farbe“, welche durch eine erhöhte Eisenkonzentration entsteht. Die Blausteinsee-GmbH veröffentlicht seitdem aktuelle Messdaten und die Wasserqualität gilt nun als „hervorragend“. Auf welche Stoffe wird das Wasser bei der Untersuchung geprüft? Sind dies lediglich Kriterien, welche die Badequalität betreffen, oder auch darüber hinaus gehende? Wir bitten um genaue Beschreibung und Auflistung der Stoffe und Kriterien. Welche Maßnahmen werden von der Blausteinsee-GmbH durchgeführt, um die „hervorragende“ Wasserqualität zu erreichen?
  5. Bei der Färbung durch die erhöhte Eisenkonzentration wurde laut Pressebericht nachgebessert. Von wem wurde hier „nachgebessert“ und wie wurde „nachgebessert“? Wir möchten Sie bitten, das Verfahren zu nennen, und welches Ergebnis hiermit erreicht wurde. Des Weiteren stellt sich uns die Frage nach der Höhe des Säuregehalts des Seewassers und die nach dem biologischen Wert des Wassers. Wird dies bei der Untersuchung der Wasserqualität ebenfalls berücksichtigt? Wenn ja, wie sind die Ergebnisse? Wenn nein, bitte begründen.
  6. Wie wird beim Blausteinsee sicher gestellt, dass die akkumulierten Säurepotentiale, Nähr- und Schadstoffe nicht durch unterirdische Austauschvorgänge mit dem Grundwasser eine Gefährdung dessen hervorrufen?
  7. Der Blausteinsee verfügt nach Angaben auf den Informationstafeln über einen Tiefenwasserbereich, der im Sommer und im Winter nicht in die jahreszyklische Durchmischung einbezogen ist. Dieser ist in der Regel frei von Sauerstoff, bzw. ist dort mit einem geringen Sauerstoffanteil zu rechnen. Für die Zirkulation des Wassers im Frühjahr und Herbst  ist unter anderem Wind notwendig. Hierfür werden Frischluftschneisen freigeschnitten. Unter ungünstigen Bedingungen  (wetterbedingt, bzw. auch durch das Ausbleiben von Winden) kann es dazu kommen, dass keine vollständige Zirkulation mehr statt findet. Durch die Abbauprodukte von Biomasse erhöht sich in Folge die Dichte, was im weiteren Verlauf ein sich verstärkendes Hindernis der Durchmischung mit dem oberen Wasserbereich darstellt.  Setzt im weiteren Verlauf, bedingt durch veränderte Bedingungen wieder eine vollständige Durchmischung ein, kann es durch den Gehalt an teilweise giftigen Abbauprodukten (z.B. Schwefelwasserstoff → Abbau der Biomasse durch Fäulnis) zu einem Fischsterben im oberen Wasserbereich kommen, in schlimmeren Fällen zu Vergiftungen der Badegäste. Inwieweit werden diese eventuellen Vorkommnisse am Blausteinsee überprüft?
  8. Gibt es zur Wasserqualität ein neues Gutachten? Wenn ja, wo kann man dieses einsehen und wann wurde dieses vom wem angefertigt? 

Wenn dieser See als Blaupause für die Tagebaurestseen Garzweiler und Hambach dienen soll, sollten hier zumindest klare Aussagen und Überprüfungen stattfinden, um etwaige Fehler in Zukunft zu vermeiden.               

Peter Singer                                                                      Yvonne Plum

Fraktionsvorsitzender                                                        Mitglied des Regionalrates

Fraktion DIE LINKE.                                                          PIRATEN

Im Regionalrat Köln                                                           im Regionalrat Köln